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Josef de Ponte
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Josef de Ponte

Antworten auf Fragen von Georg Albrecht
im Frühsommer 2005, Schwaigern, Baden-Württemberg

-Wo hast du in deinem Geburtsort gewohnt?
-Bin geboren im Weinmonat Oktober 1922, im elterlichen Haus in der Kreuzgasse (später Kossuth-Gasse) 6 in Budakeszi/Wudigeß. Ebenda aufgewachsen, die Muttersprache galt noch etwas. Mit der Landessprache machte ich Bekanntschaft im Kindergarten.
Josef de Ponte
Selbstportriat 1942

-Welche Werte wurden dir von den Eltern mitgegeben?
-Durchhalte-Vermögen und künstlerische Begabung, Selbstvertrauen, Verwurzelung, vielleicht auch Zivilcourage und etwas Fleiß.

-Was bedeutet Heimat für dich?
-Identität, vertraute Umgebung, auch die Stadt Ofen, sprachliches zu Hause.

-Welche Bücher hattest du in der Jugendzeit bevorzugt?
-Alle Karl May-Bücher, Jules Verne, Adam Müller-Guttenbrunn, später dann auch Gárdonyi (der eigentlich Ziegler hieß).

-Du hast doch überalles gern die Lyrik?
-Ja zunächst Nikolaus Lenau (der Banater war), dann Ludwig Uhland, Schiller, Theodor Fontane, Rainer Maria Rilke, Josef Weinheber und junge Dichter aus süddeutschen und österreichischen Landen. Auch die reiche ungarische Lyrik von Ady Endre bis Babits. Juhász Gyula, Kaffka Margit, József Attila.
Von den Klassiker der Ungarn: besonders den großen Arany János. Toldy mußte man am Gymnasium auswendig lernen, der hat aber auch Freude gemacht.

Anna Albrecht
Portrait - Bleistiftzeichnung

-Welche Musik steht dir nahe?
-Die Klassik der Deutschen, besonders Mozart und die vielleicht mir als Landsleute sehr lieb waren; Josef Haydn, Franz Liszt, Béla Bartok, Franz Erkel. Auch die echte Volksmusik, so wie sie in der Heimatgemeinde gespielt wurde, auch ungarische und von anderen Völkern im Karpatenraum.

-Wann sind deine De PONTE-Ahnen nach Pannonien gekommen?
-Der Philipp De Ponte war als Artillerie-Offizier bei der Befreiung der Stadt Ofen-Buda 1686 dabei. Er lebte als Verwundeter, dann als Soldat noch im Spital, später als Bürger von Ofen. Erst sein Sohn, der auch Philipp hieß, heiratete die Schwäbin Katharina Esterle in Budakeszi/Wudigeß.
Meine Mutter Anna Albrecht stammte aus Württemberg, es war eine Bauerfamilie, sie lebten auch seit dem XVIII. Jh. im Ort.

-Welche Werte sollten wir an unsere Kinder weitergeben?
-Die Inhalte der Bergpredigt, Liebe, die Gabe immer-wieder verzeihen zu können und das Christliche Bekenntnis.

-Welche Bedeutung hat der Tod?
-Es ist der natürliche Abschluß des Lebens, das Tor zur anderen Welt.
Josef de Ponte
In Entrerios

-Deine Lieblingsfigur in der Geschichte?
-Die Elisabeth von Thüringen, die einen ungarischen Vater und eine deutsche Mutter hatte, als soziales Vorbild. Die andere Figur, die mir immer imponierte, ist Franz von Assisi. Von beiden durfte ich ein Buch gestalten.

-Bist du mit deinem Leben zufrieden?
-Wenn ich zufrieden bin, bin ich tot. Wer sagt, er sei mit sich zufrieden, giert nach Bewunderung. Der Mensch ist nie fertig. Man ist nicht am Ziel, man ist immer nur auf dem Weg.

-Wie verläuft der Tag eines über Achtzigjährigen?
-Man ist langsamer geworden. Stehe meistens gegen halbacht auf. Vormittags nach der Zeitunglektüre 2 Stunden Arbeit. Nachmittags dasselbe: 1-2 Stunden Arbeit. Oft sitze ich mit Freunden und genieße unsreren hiesigen Wein. Die Geselligkeit war immer großgeschrieben. Große Freude bringen die Kinder und Enkelkinder. Liebe ist eine Sehnsucht und bleibt nie ganz erfüllt. Erstrebenswertes Leben ist: gelassener zu werden. Das gelingt mir leider nicht immer.

-Neugierig wie ich bin, interessiert mich der Maler Josef de Ponte, sein Schaffen, seine Prinzipien, was ist wichtig?
-Was ich brauche - heute noch: Ruhe, nach innen horchen, die Bilder, die Kirchenausstattungen, die Wandgestaltungen existieren aus dem Gleichgewicht, aus dem Erfassen, und immer aus einem Hauch Poesie. Immer eine Übereinstimmung mit dem Baugedanken. Entdeckung neuer Spannungen und Zusammenhänge. Der gültige Maßstab für mich, dem ich genügen soll, ist mein eigener. Es geht darum, daß ich von mir bestehen kann.

 

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© 2014 Georg Albrecht    

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